Prof. Dr. Axel Temming

Universität Hamburg

Fisch gegen Geld

Das Problem der Überfischung von Fischbeständen wird traditionell aus der Sicht von Fischern behandelt, die sich entscheiden einen Fischkutter zu  kaufen um an einer bestimmten Fischerei teilzunehmen. Während sich die einzelnen Fischer rational verhalten  – ist das Ergebnis ab einer bestimmten Flottengröße für alle irrational, weil der Fischbestand nicht mitwächst sondern nur eine bestimmte jährliche Entnahme (Gesamtfang) erlaubt. Diese jährliche  Entnahme schrumpft zudem bei einer zu großen Flotte. Kollektiv erzeugen die Fischer daher ein nicht rationales Ergebnis, nämlich die Eliminierung von Gewinnen für alle Fischer. In diesem Vortrag wird die Perspektive erweitert um die Kreditdimension. Fischer benötigen, wie fast alle neuen Unternehmen, vor Beginn ihrer Tätigkeit einen Kredit für ihre Investition, den sie später aus ihren Einnahmen abbezahlen. Der Vortrag soll dazu anregen, über den Zusammenhang zwischen einem auf Wachstum angelegten Geld- und Kreditsystem und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen nachzudenken.